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Passionswege

J. & L. Lobmeyr

Maxim Velčovsky/Qubus Design (CZ) bei J. & L. Lobmeyr

Fr 3.10.2008, 17 Uhr

„Mit einem Unternehmen vom Kaliber Lobmeyrs zu arbeiten, ist eine einzigartige Erfahrung. Ich musste mehrere Male nach Wien kommen, um alles kennen zu lernen – das Geschäftslokal des Unternehmens, die Sammlungen, das Lager. Die größte Überraschung war, als man mich in den Keller führte und ich dort hunderte Schachteln voller Luster-Glasteile fand, die von Lobmeyr für Kunden aus der ganzen Welt angefertigt worden waren. Ich sah die Teile, die für die Metropolitan Opera in New York hergestellt worden waren, für den Kreml, für Arabische Paläste oder für Projekte, von denen man nur von Fotos her weiß. Ich schloss mich freiwillig in diesem Keller ein und begann, diese Masse an ungewöhnlichen Objekten zu untersuchen. Ich war vor allem von den perfekten handwerklichen Details dieser Stücke fasziniert. Ich schaute auch durch das Fotoarchiv und fand verschiedenste Modelle, die in unterschiedlichen Kontexten auf der ganzen Welt zum Einsatz kamen. Lobmeyr ist bereits seit Jahrhunderten so etwas wie ‚Bote des Lichts‘ und seine Stärke liegt in der ausgereiften Handwerkskunst und der Treue gegenüber der Tradition. Im Keller in Wien packte ich also die verschiedenen Luster-Glasteile aus und untersuchte sie. Einige von ihnen ‚warten‘ schon seit Jahrzehnten im Regal und werden womöglich nie mehr gebraucht. Mir kam die Idee, die Teile in einem neuen Kontext zu verwenden und ihre Funktion wiederzubeleben. Ich wollte die Prinzipien von Laterna Magica und Schattentheater benutzen und kombinieren. Ich schuf dreidimensionale Installationen, die, auf eine Leinwand projiziert, den Schatten der Silhouette von Städten werfen, in denen Lobmeyr seine großartigen Projekte realisiert hat. Es handelt sich also um eine Art ‚Fata Morgana‘ der Orte, an denen sich Lobmeyr-Kreationen weltweit befinden. Die Projektion selbst wird dabei zum Lichtobjekt im Innenraum.“
Maxim Velčovsky, August 2008

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