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Passionswege

Sebastian Menschhorn

Sebastian Menschhorn (A) bei Demel

Sa 13.10.2007, 17 Uhr

Ab 1857 im Besitz der Familie Demel, aber bereits seit 1786 Zuckerbäckerei war die bekannte Adresse am Kohlmarkt zunächst Treffpunkt von Aristokratie und gehobenem Bürgertum und wurde schließlich zum Wiener Wahrzeichen. Passend zu den Rokoko-Salons des Kaffeehauses, die zuweilen selbst an elaboriertes „Zuckerwerk“ erinnern, stellt das Traditionsunternehmen kunstvoll geformte Süßigkeiten in Handarbeit her, ob nun Torten, Teegebäck oder Konfekt.
Sebastian Menschhorn ist einer der wenigen jungen Designer, denen man so etwas wie eine direkte Affinität zu so einer Location zusprechen würde. Sein Interesse konkret für das Rokokokabinett, an Chinoiserie und Exotik, an der festlichen Tarnung und an der Besonderung und Überhöhung von Objekten – die in der Bonbonniere fast so etwas wie eine ideale Materialisierung erfahren – wird auch in seiner Schaufensterinszenierung bei Demel augenscheinlich werden. Seine in diesem Jahr mit Nymphenburg produzierten Lebensblumen – das sind mit antiken orientalischen Blumenmotiven versehene Porzellantiere (oder sind sie doch aus Zucker?) – werden beim Demel auf Zuckerwolken schweben. Und das unerreichbar hoch – wir sollen und werden uns fühlen wie ein Kind im Süßigkeitenladen.

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