RADO MOVING MATERIALS 2026
Architecture of Time
Zeit, Bewegung und Material stehen im Zentrum der langjährigen Kooperation zwischen dem Schweizer Uhrenhersteller Rado und der VIENNA DESIGN WEEK. Gemeinsam setzen beide Partner ein klares Zeichen für die Förderung junger Designpositionen und experimenteller gestalterischer Ansätze.
Auch 2026 wird diese Zusammenarbeit mit dem Wettbewerb RADO MOVING MATERIALS fortgeführt. Sechs Gestalter*innen aus dem Bereich Motion Design erhalten von März bis August die Möglichkeit, speziell für die Videowall der Wiener Rado Boutique produzierte Animationen zu entwickeln – in diesem Jahr zum Thema „Architecture of Time“. Die Beiträge beschäftigen sich mit zeitlichen Strukturen, Rhythmus, Transformation und der visuellen Übersetzung von Bewegung.
Während der VIENNA DESIGN WEEK werden alle sechs Arbeiten sowohl in der Festivalzentrale als auch in der Rado Boutique (Kärntner Straße 18) präsentiert. Im Rahmen des Festivals wird außerdem bekanntgegeben, welche Position mit dem RADO MOVING MATERIALS Award 2026 ausgezeichnet wird.
Die Teilnehmenden 2026:
Maximilian Prag
Alessa Wolfram
Liza Borovskaya-Brodskaya
Thomas Albdorf
Diana Bobb
Simon Hundsbichler & Jonas Nath
FOLGE 1: Maximilian Prag
refresh-rate rituals (star time to screen time)

"In ihren Videoarbeiten behandelt Maximilian Zeit sowohl als physisches als auch als metaphysisches Material. Von Tiefsee-Internetkabeln, die unsere schneller als in Echtzeit ablaufende Social-Media-Timeline steuern, bis hin zu planetarischen Zeitskalen von Erosion und Verfall. Durch die Kombination menschlicher und nicht-menschlicher Zeitformen (Linien, Zyklen, Spiralen, liminale, saisonale) nutzen sie Zeit als Material für die Gestaltung von Welten. In ihrem CGI-Ansatz nutzen sie (de-)generative Algorithmen zusammen mit digitalisiertem Archivmaterial in Form von 3D-Scans, um eine Brücke zwischen greifbarer und nicht-greifbarer Materie zu schlagen und so eine offene Traumlandschaft der Realitäten darzustellen.
Das Video zeigt ihre Forschung zur Zeit als vierte Dimension und die Visualisierung von Zeit als Ursache und Wirkung, aber auch den Akt des Aufzeichnens oder Erlebens von Zeit selbst als bewegtes Material. Zeit wird nicht als linearer Verlauf behandelt, sondern als ein Fluss, der sich selbst misst, während er in das Bewusstsein hinein- und wieder hinausströmt."

Maximilian Prag (*1997, Linz) ist multimedialer Künstler und Designer. Sie arbeiten an der Visualisierung und Konzeption virtueller Welten, Umgebungen und Erfahrungen durch die Kombination technologischer und künstlerischer Werkzeuge. Deren Praxis beginnt an den Grenzen der Innovativen Technologie, um progressive Formate zeitgenössischer virtueller Kultur zu entwickeln.
FOLGE 2: Alessa Wolfram
feeling for time

"Zeit ist Bewegung und doch kann sie still stehen. Zeit bewegt sich stetig voran und doch ist sie immer wiederkehrend. Zeit ist unsichtbar und doch sieht man all ihre Effekte. Zeit fühlt man. Die Herangehensweise der Animation auf das Thema “Architecture Of Time” ist zu zeigen, aus welchen Formen wird Zeit im Sinne von Bewegung konstruiert, wie wird Zeit sichtbar und wie fühlt sie sich an. Die Animation führt durch unterschiedliche abstrakte Szenen in denen mit Formen, Bewegung und Materialien bekannte Gefühle im Bezug auf Zeit dargestellt werden. Ein Beispiel dafür: Zeit läuft in einem Zyklus. Dinge geschehen immer wieder, wie die Jahreszeiten, das Gefühl immer wieder von vorne beginnen zu können, aber auch wie das Gefühl im Kreis zu laufen und nicht voranzukommen."

Alessa Wolfram ist eine in Wien tätige 3D Künstlerin und Illustratorin mit einem Masterabschluss in Digital Arts aus Hagenberg, wo sie sich auf 3D Animation spezialisierte. Heute arbeitet sie selbstständig als 3D Generalistin und verbindet in ihren Arbeiten technisches Können mit einem ausgeprägten Gespür für visuelles Storytelling. Ihre Animationen zeichnen sich oft durch humorvolle Elemente aus und legen häufig einen besonderen Fokus auf ausdrucksstarke Charaktere.
FOLGE 3: Liza Borovskaya-Brodskaya

"Zeit ist kein natürliches Phänomen, sondern ein soziales Konstrukt. Wir nehmen Bewegung, Wandel und Prozesse wahr, während wir uns durch einen Strom von Situationen bewegen, die sich zusammenfügen und wieder auflösen. Zeit mag als etwas erscheinen, das sich unserer Kontrolle entzieht; tatsächlich ist Zeit jedoch von Menschen geschaffen: Uhren – Rahmen für die Zeit, die organische Prozesse in abstrakte Einheiten zerlegen. Der Film tut scheinbar dasselbe, doch – trotz des starren Rhythmus der Einzelbilder – kann er die Zeit überwinden und durch konstruierte Bilder Bewegung erzeugen."

Liza Borovskaya-Brodskaya ist Grafikdesignerin und Illustratorin, die in Wien lebt und arbeitet. Sie ist in unterschiedlichen Bereichen wie Buchgestaltung, Entwicklung der visuellen Identitäten, Webdesign sowie allen Formen gedruckter Medien tätig. In ihrem Illustrationsprojekt „LizaCutz“ kreiert sie Papiercollagen, experimentiert mit Anordnung einzigartiger Formen und setzt die Papierschnitte zu dynamischen Kompositionen zusammen, die spielerische und taktile Qualitäten transportieren. Ausschnitte und „Reste" von vorherigen Collagen finden sich häufig in den folgenden Arbeiten wieder, wodurch die einzelnen Arbeiten aufeinander verweisen.
FOLGE 4: Thomas Albdorf

„Time Well Spent (The Relentless Pursuit of Nothing)“ ist eine liebevolle Auseinandersetzung mit alltäglichen Objekten, die einem ständig begegnen - diese werden zur Hauptdarstellerin und Zentrum der filmischen Inszenierung. Die meditative, ziellose Konfrontation mit vermeintlich banalen Gegenständen ermutigt und ermöglicht das Finden von Freude im Alltag, die als einzige Gegenleistung Zeit verlangt.
Die genannten Objekte werden einerseits konventionell gefilmt und inszeniert, um dann aber in weiteren Nachbearbeitungsschritten in ihrer zeitlichen Darstellung verschoben zu werden - mehrere temporale Ebenen werden mittels unterschiedlicher Techniken gleichzeitig gezeigt und thematisieren somit die Möglichkeiten des Films und der Animation gegenüber der konventionellen Wahrnehmung.

Thomas Albdorf studierte Transmediale Kunst an der Universität für angewandte Kunst Wien, wo er 2013 seinen Abschluss machte. Er wurde vom British Journal of Photography als einer der “Artists to Watch” ausgezeichnet und gewann den UNSEEN Amsterdam Talent Award. Albdorf hatte institutionelle Einzelausstellungen im FOAM Amsterdam in den Niederlanden und im Museum Folkwang in Deutschland, und seine Arbeiten wurden in Galerien in Europa und den USA ausgestellt. Er wurde in Magazinen wie dem FOAM Magazine, dem British Journal of Photography, dem New Yorker, der New York Times, Vanity Fair, dem Wall Street Journal und anderen porträtiert und interviewt.








