Spezial

Zugegeben: Was dieser Tage noch speziell ist, darüber lässt sich diskutieren. Im Kontext eines aufmerksam kuratierten Designfestivals, dessen Selbstverständnis es seit jeher ist, zeitaktuelle Tendenzen und brennende Themen aufzuspüren und sichtbar zu machen, könnte sich der Begriff weiterhin so definieren: Speziell ist, was den Designbegriff neu denkt. In diesem Fall – im Format Spezial – sind das Personen, Werke und Ansätze. Speziell soll letztlich auch sein, was das Team der VIENNA DESIGN WEEK als Kommunikator, Botschafter, Veranstalter, Förderer, Vermittler und Berater für die länderübergreifende Wahrnehmung von Design bewirken möchte. 

Das Format Spezial stellte 2020 eine Mischung aus besonderen Kooperationen, einmaligen Interventionen und Sonderprojekten zur Schau: Während die Ausstellung DESIGN EVERYDAY in der Festivalzentrale erneut herausragende Beispiele zeitgenössischer österreichischer Produktgestaltung versammelte, arbeitete sich die AA nanotourism Visiting School im Fokusbezirk Meidling am vielbesprochenen Lokaltourismusbegriff gerade in Zeiten von COVID-19 ab. Design als demokratisch-ermächtigendes Tool wiederum dachte die Ausstellung der Distributed Design Platform anhand der auf einmal allgegenwärtigen Face Shields. Auf einer buchstäblich anderen Flughöhe bewegte sich hingegen der Beitrag von Felix Lenz. Er machte die alarmierenden Zusammenhänge von Politik, Klimawandel und Krieg in Form einer unüberhörbaren Installation anschaulich. Warum und wie Designfestivals Programm wie dieses möglich machen und wie sich ihr Angebot noch weiter demokratisieren lässt, erforschte Rosa Rogina, die das Festival durch das Design Connections-Programmes des British Council als Curator in Residence besuchte. Ebenfalls aus dem Vereinigten Königreich reiste die in London wohnende Designerin und Forscherin Helga Schmid an, die unser aller Verständnis von Zeit mit einem Experiment infrage stellte. Take your time!