Review: 2020

VIRTUELLE FESTIVALZENTRALE

Martina Menegon
VIENNA DESIGN WEEK/Kollektiv Fischka/Phillip Podesser
VIENNA DESIGN WEEK/Kollektiv Fischka/Stefanie Freynschlag
VIENNA DESIGN WEEK/Kollektiv Fischka/Patrizia Gapp
VIENNA DESIGN WEEK/Kollektiv Fischka/Kramar

Die VIENNA DESIGN WEEK 2020 öffnete ein Portal in eine andere Welt!

In der Architektur bieten Portale stets Möglichkeiten, um Räume zu erschließen und Neues zu entdecken. Eine solche Funktion kommt auch der jährlich wechselnde Festivalzentrale der VIENNA DESIGN WEEK zu: Sie nimmt das Publikum in Empfang und führt es auf den richtigen Wegen durch das Programm. Diesem zentralen physischen Ort nun ein digitales Äquivalent zur Seite zu stellen, war COVID-19 vielleicht ein Anlass, keinesfalls aber alleiniger Grund. Vielmehr baute die Entscheidung, einen eigens für das Erleben digitaler Inhalte gemachten Rahmen zu schaffen, auf den einschlägigen Schwerpunkten der Jahre 2018 (Virtual & Augmented Reality) und 2019 (Game Design) auf.

Gemeinsam mit einer Arbeitsgruppe aus Expertinnen und Experten sowie einer ganzen Reihe an externen Partnerinnen und Partnern hat die VIENNA DESIGN WEEK also einen virtuellen Raum entwickelt, der das Digitale nicht als Notlösung, sondern als eigenständige Ausdrucksform sieht – ein Experiment voller immersiver Erlebnisse, das Besucherinnen und Besucher über die Plattform Mozilla Hubs und mittels eigener Smartphones, Computer oder VR-Brillen unabhängig von ihrem Standort erleben konnten. Zu entdecken gab es darin einerseits eigens von der VIENNA DESIGN WEEK beauftragte und kuratierte Räume aber auch solche, die von einzelnen Partner*innen und Aussteller*innen beigesteuert wurden. So waren individuelle digitale Experiences für all diejenigen möglich, die heuer aus verschiedenen Gründen nicht persönlich am Festival anwesend sein konnten. Neben Ausstellungen und spielerischen Hubs konnten in der virtuellen Zentrale auch Talks des Festivals live mitverfolgt werden. Nähe und Distanz, online und offline, schließen sich aber wie so oft in unserer postdigitalen Gegenwart nicht aus, sondern gehen fließend ineinander über: Im ersten Stock der physischen Festivalzentrale im Meidlinger Amtshaus Theresienbadgasse war ein ganzer Raum der virtuellen Zentrale gewidmet. Dieser fungierte als analoges Portal in die virtuelle Welt — mittels VR-Brille konnte man unmittelbar in die virtuelle Zentrale hüpfen und dort als Avatar weiter schweben (oder sogar fliegen!). 

Hier geht’s zum virtuellen Walk KLICK und zum Talk über die Virtuelle Festivalzentrale KLICK 

Die virtuelle Festivalzentrale wurde in Zusammenarbeit mit Wilhelm Scherübl (Architekt und Künstler), Martina Menegon (Künstlerin) sowie Eva Fischer und Angie Pohl (sound:frame, Area for Virtual Art) entwickelt.