Review: 2021

FOKUSBEZIRK BRIGITTENAU

VIENNA DESIGN WEEK/Kollektiv Fischka/Petra Rautenstrauch
VIENNA DESIGN WEEK/Kollektiv Fischka/Kramar

„Die Brigittenau spricht für sich – und das tut sie in vielen Sprachen“, hieß es in der Programmankündigung zur VIENNA DESIGN WEEK 2021 durchaus vollmundig. Dass sie das nun aber tatsächlich tut, davon konnten sich all jene überzeugen, die – teils zum allerersten Mal – in den 20. Bezirk kamen und dort eine Bandbreite an (Spiel-)Orten vorfanden, die auch außerhalb des Festivals ihresgleichen sucht: Auch dank der herzlichen Gastfreundschaft von Bezirkspolitik und Anrainer*innen machten sich treue und neue Besucher*innen in Offspace, Industriebrache, Teppichgeschäft oder Gemeinschaftsatelier ein Bild davon, wie und wo die Brigittenau lebt und pulsiert. Mit einmaligen Führungen (Vermittlung), geselligen Cocktails (Programmpartner*innen), partizipativen Interventionen (Stadtarbeit) und vielem anderen mehr hinterließ das Festival für Neuankömmlinge genauso wie für angestammte Brigittenauer*innen Veränderungen, die Wellen schlagen – von der Uferpromenade bis zum ehemaligen Nordwestbahnhof, von Wien in die Welt.

Der jährlich wechselnde Fokusbezirk ist ein prägendes Element der VIENNA DESIGN WEEK und rechtfertigt durch seine zentrale Funktion den erheblichen Organisations- und Rechercheaufwand des Festivalteams. Die große Beliebtheit des Fokusbezirkes bei den Besucher*innen ist dabei gleichermaßen auf das Interesse von lokalem und touristischem (Fach-)Publikum zurückzuführen. Kraft der geografischen Bündelung des qualitativen Programmangebotes lernt es sowohl neue Aspekte in der eigenen Lebensumgebung als auch abseits von ausgetretenen Pfade kennen – ein nicht anspruchsloser Spagat, den das bewegliche Festival auch 2021 sportlich meisterte: Auf den ausgelösten Wellen der Begeisterung ließ sich zehn Tage lang voller Elan durch den Fokusbezirk Brigittenau surfen.